Das Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz eine Modell-Präventionszone Westerwald-Ost ausgewiesen. Das Gebiet entspricht dem potenziellen Aktivitätsraum des Greifensteiner Rudels (Großraum um den Stegskopf), soweit er in Rheinland-Pfalz feststellbar ist, und umfasst die Verbandsgemeinden Rennerod, Westerburg, Bad Marienberg, Daaden-Herdorf und Betzdorf-Gebhardshain.
Innerhalb dieses Gebiets erhalten Weidetierhalter die Möglichkeit, die Anschaffung von Wildkameras mit Sendefunktion bzw. entsprechender Videotechnik zur Überwachung von Weiden und Stallanlagen durch das Land fördern zu lassen. Hintergrund ist das vermehrte Rissgeschehen innerhalb des Rudelterritoriums, das inzwischen auch wolfsabweisend geschützte Schaf- und Ziegenherden betroffen hat.
Durch den Einsatz der geförderten Technik sollen Weidetiere und Weideflächen besser geschützt und überwacht werden können. Gleichzeitig bietet sie die Chance, dass Tierhalter zeitnah über Aktivitäten im Bereich der Herden informiert werden, um gegebenenfalls geeignete Maßnahmen zum Schutz der Tiere einleiten und Wölfe von Weiden fernhalten bzw. vergrämen zu können.
Die Beantragung einer Förderung steht allen Weidetierhaltern in der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf offen. Antragsberechtigt für die Dauer von einem Jahr (bis 30.09.2027) sind Halter von Schafen, Ziegen, Gehegewild, Lamas, Alpakas, Rindern und Pferden. Die Förderung umfasst Wildkameras/Fotofallen die Bilder/Videos direkt übertragen inkl. Metall-Sicherungsbox oder auch Video-Technik etwa für die Offen-Stall-Überwachung. Die Zweckbindungsfrist beträgt 5 Jahre.
Die maximale Förderung erfolgt gestaffelt nach der Anzahl der gehaltenen Tiere:
• bis zu 500 € bei bis zu 20 adulten Schafen/Ziegen oder bis zu 3 Großvieheinheiten
• bis zu 750 € bei bis zu 40 adulten Schafen/Ziegen oder bis zu 6 Großvieheinheiten
• bis zu 1.000 € bei bis zu 100 adulten Schafen/Ziegen oder bis zu 15 Großvieheinheiten
• bis zu 1.500 € bei über 100 adulten Schafen/Ziegen oder über 15 Großvieheinheiten
Nähere Informationen zur "Modell-Präventionszone Westerwald-Ost" sind auf der Internetseite des KLUWO (www.wolf.rlp.de) Sektion "Herdenschutz& Förderung" veröffentlicht.
Der Antrag ist unter dem Link https://herdenschutz.wald.rlp.de/index.php?eID=dumpFile&t=f&f=287223&token=92ab087dcafaa2e76a9b603018454c60bef50ee1
erreichbar.
Um ohne Gefährdung des Zuschusses die Überwachungstechnik schnell beschaffen zu können, sollte direkt die Zustimmung zum "vorzeitigen Maßnahmenbeginn" (kurz "vzM") beantragt werden. Mit dieser Zustimmung liegt noch keine verbindliche Förderzusage vor, aber eine erfolgte Vorprüfung weist den im "vzM" genannten Betrag als realistisch und in seiner Höhe grundsätzlich förderbar aus.
Die allgemeine Abgabefrist findet für die Beantragung der Förderung für Wildkamera und Videotechnik keine Anwendung. Eine Förderung ist nicht an das Vorhandensein eines wolfsabweisenden Herdenschutzes geknüpft. Tierhalter innerhalb der Modell-Präventionszone Westerwald-Ost können ab sofort Anträge auf Herdenschutzförderung beim KLUWO stellen.
Das KLUWO wird am Freitag, 12.10.2026, 18:00 bis 19:00 Uhr unter dem Einwahl-Link https://meet.wald.rlp.de/rooms/pxk-tjc-fbc-5ap/join eine erste Online-Veranstaltung anbieten um interessierten Weidetierhaltern die Fördermöglichkeiten zu erläutern. Die politische Dimension des Themas Wolf wird dabei nicht diskutiert.
Informationen zum Förderantrag, das Antragsdokument, eine Ausfüllhilfe und Infos zum Verfahren sind unter dem Link https://herdenschutz.wald.rlp.de/ zu finden.
